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  • Sabine Moreno

Gastbeitrag - Immer das Bootshaus im Blick

Wie mir Balance halten auf dem Weg zur Gesundheit hilft


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Liebe*r Leser*in, heute bitte ich an dieser Stelle meine lieb gewonnene Freundin Susanne zu Wort. Ich habe sie gefragt den Auftakt für Gastbeiträge zu machen, da sie in meinen Augen sehr viel zu erzählen weiß und ich gerne anderen Herzensmenschen eine Stimme auf diesem Blog geben möchte.


Ich wünsche ein inspiriertes Lesen!

Herzliche Grüße

Sabine Moreno

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Wann bist Du das letzte Mal balanciert? Vielleicht auf einer Bordsteinkante oder beim Stand Up Paddling auf dem Wasser oder in einem Klettergarten? Ist es schon länger her?

Hat es Spaß gemacht? Was war das Tolle daran? Vielleicht das schöne Gefühl, wenn man sich selbst eingependelt hat und stolz darauf ist, dass man das Gleichgewicht halten kann. Oder die Tatsache, dass man mit der richtigen Balance besser voran kommt?


Ich mochte balancieren schon immer. Gedanken habe ich mir da allerdings nicht wirklich viel drüber gemacht. Meinen Gleichgewichtssinn habe ich schon in meiner frühesten Kindheit geübt. Ich habe mit sechs Jahren mit dem Kanusport begonnen. Nicht das Wandern, dass man aus dem Spreewald oder über andere Flüsse und Seen kennt, sondern Kanu-Rennsport, bei der man in super schmalen Kajaks sitzt und rasend schnell über das Wasser paddelt.


Ich kann mich sehr gut erinnern, wie ich begonnen habe, das Gleichgewicht zu trainieren. Erst saß man natürlich in einem dicken Boot, das nicht kentern kann und hat mit dem Paddel versucht, in die richtige Richtung zu steuern. Erst später, wenn man die Sicherheit mit dem Paddel hatte, wurden die Boote schmaler. Man setzt sich am Steg hinein, drückt sich langsam weg auf das Wasser und versucht mit dem Paddel, auf dem Wasser das Gleichgewicht zu halten.

Gelingt einem das, dann nimmt man das Paddel in beide Arme und hält es über den Kopf, um ausschließlich mit dem Körper das Gleichgewicht zu halten. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit landet man auf dem Weg dahin sehr oft im Wasser. Im Übrigen ist es nicht das Ziel, nicht ins Wasser zu fallen. Das ist bei diesem Training einfach einzukalkulieren und auch keine Schande. Der letzte Schritt ist dann übrigens auf ein spezielles Paddel umzusteigen, dass man korrekt eintauchen muss, um nicht Gefahr zu laufen damit sich selbst zum kentern zu bringen.

Dieser Sport hat mich viel gelehrt. Teamfähigkeit (meine einzige Goldmedaille konnte ich im Vierer holen), Kraft und Ausdauer für Körper und Geist sowie Praktisches (wenn man bei 2 Grad im Fluss kentert, dann rennt man so lange bis die Füße wehtun, aber der Körper weiter warm bleibt bis zu einem Ort, an dem es warm ist).

Was mir erst später bewusst geworden ist, dass ich etwas noch viel wichtigeres dabei gelernt habe: wie wichtig es ist Balance zu halten und sich und sein Leben im Gleichgewicht zu halten.

Bald ist es ein Jahr her, dass mein Leben aus dem Gleichgewicht geraten ist. Bei mir wurde eine schwere Krankheit diagnostiziert. Im fortgeschrittenen Stadium. Ich befinde mich grad im größten Wettkampf meines Lebens, der da heißt: "Wieder gesund werden". Als ich die Diagnose erhalten habe, war ich gerade drei Wochen im neuen Job. Ich hatte wenige Monate vorher mein erstes Coaching, für mich persönlich, sehr erfolgreich abgeschlossen und diese Neuerung war ein wunderbares Ergebnis. Die Gesellschaft weltweit steckte mitten in der Corona Pandemie. Und ich war drei Tage vor Weihnachten brutal im Fluss des Lebens gekentert. Wie kalt kann Wasser sein? Ich lag bildlich übertragen in verdammt kaltem Wasser, aber ich hatte meine Hand am Boot und in der anderen mein Paddel. Ich kann heute sagen, dass ich nicht klarer in diesen womöglich herausforderndsten Abschnitt meines Lebens gehen konnte, als mit dem was mir das Coaching und meine eigenen Erkenntnisse über mein Leben und mich selbst bereits gelehrt hatten.

Wie findet man also die Balance wieder? Genauso wie oben beschrieben. Man überlegt erst mal was jetzt wichtig ist und versucht nicht die Kraft damit zu vergeuden, um ins Boot zurück zu kehren um darin dann ggf. zu frieren und sich eine viel schlimmere Erkältung zu holen? Wenn man weiß, dass das Bootshaus erreichbar ist, hat man Alternativen. Das Bootshaus ist meine Gesundheit. Ich weiß, dass dort Menschen sind, die das Boot holen würden, wenn es abtreibt. Also realisiert man die Kälte des Wassers und versucht sich mit seinen triefendnassen Klamotten an Land zu begeben. So in etwa habe ich es auch getan. In den drei Wochen in denen die erste Diagnose dann auch ihren tatsächlichen Namen und vor allem die Charakteristik erhalten hat, habe ich mir schon überlegt wie ich selbst damit umgehen will. Offen und transparent, denn ich würde Unterstützung benötigen, da man diese Krankheit nicht verstecken kann, weil sich äußerlich sehr viel verändert.

Nach drei Wochen habe ich die Information über die Therapie erhalten. Sie besteht aus fünf verschiedenen Komponenten. Die ersten vier in einem Jahr und die fünfte über weitere zehn Jahre. Ich wusste also ich würde mich auf einen Ultra-Marathon einrichten. Ich war wohl schon längere Zeit unterwegs und das Bootshaus in weiter Entfernung. Also ganz ganz langsam anfangen zu rennen. Ziel: mein Körper muss warm bleiben, aber die Luft darf mir nicht ausgehen. Was brauche ich auf dem Weg? Menschen, die mir Halt geben, ein solides Umfeld, eine gute Organisation, damit man sich auf das Wesentliche konzentrieren kann und nicht an Nebenbaustellen scheitert. Informationen, aber nicht zu viel und auch nicht zu wenig. Motivation - was tut mir gut, was macht mich stark. Eine sehr enge Verbindung zu mir selbst.

Die Methoden, die ich im Coaching gelernt habe und vor allem die Stärke und Erkenntnis über mich und mein Wesen haben mir eine wichtige Basis gegeben.

Ich schreibe diese Zeilen heute am dritten Tag meiner vierten Therapie. Ich habe schon einen langen Lauf hinter mir, aber das Bootshaus ist noch eine Weile entfernt. Zum Glück kenne ich den Weg. Ich halte mich an alle Regeln, um meinen Körper warm (Fitness/Bewegung) und meinen Atem (mentale Stärke) gleichmäßig zu halten. Es ist anstrengend. Immer wieder muss ich mich selbst motivieren, das Tempo nicht zu verlieren oder mich der Hoffnung hinzugeben, dass vielleicht doch bald mal ein Auto vorbei kommen würde, um mich mitzunehmen.



Alles was ich geben kann, gebe ich, um an meinem Bootshaus Gesundheit anzukommen. Sollte sich mir was in den Weg stellen, fange ich wieder wie am Anfang an: ruhig bleiben, überlegen was in meiner Macht steckt, darauf vertrauen, dass es gut geht. Wenn ich das nicht tue, dann habe ich bereits mein nein, aber ein ja kann es noch werden.


Eines weiß ich heute schon: ohne mein Coaching, zu dem ich mich nach wirklich sehr langer Überlegung endlich entschlossen hatte, wäre ich nicht so klar und strukturiert in diesen womöglich herausforderndsten Teil meines Lebens gegangen.

Und da ein Unglück selten alleine kommt, hat es mich exakt zwei Tage lang sehr beschäftigt, dass mein neuer Arbeitgeber mich innerhalb der Probezeit wieder gekündigt hat. Aber auch aus dieser Situation werden sich neue Möglichkeiten ergeben. Erstes Ziel Bootshaus und wärmen, zweites Ziel, wenn ich dann da bin, schauen welches Boot mich wieder über den Fluss trägt.

Balance hat was damit zu tun, sich immer wieder einen Moment zu nehmen und zu schauen, habe ich meinen Körper und mein Paddel und das Boot gut auf dem Wasser.

Wann hast Du das letzte Mal über Deine Balance nachgedacht?


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