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  • Sabine Moreno

Wert #3 Demut

Die Nummer 3 meiner Werte-Reihe soll Demut sein. Darüber zu schreiben, hatte ich mir in den Kopf gesetzt. Zuerst nahm ich an, dass es ein kurzer Blogpost werden könnte, aber schon bei der ersten Vorbereitung zeigte sich das Gegenteil. Meiner Wahrnehmung nach sprechen wir in unserer Gesellschaft wenig über Demut. Persönlich hätte ich diesen Wert eher der christlichen Religion zugeordnet, aber je mehr ich mich mit Demut beschäftigt habe, desto mehr Bedeutung hat dieser Wert für mich angenommen losgelöst von jeder Religion. Besonders in Hinblick auf die aktuelle Lage.

Seit knapp 2 Jahren bestimmt Corona unseren Alltag und die Berichterstattung. Die Pandemie hat das Leben auf der Welt komplett verändert und bis wir Corona als einen Teil unseres Alltags integrieren und akzeptieren werden, wird es wohl noch einige Jahre dauern. Für mich hat dies sehr viel mit Demut zu tun. Ein Virus ist ein Teil unserer Natur – genau wie wir es sind. Für mich ist dies gelebte Demut, das anzunehmen und nicht zu bekämpfen oder „weg haben zu wollen“. Das liegt nicht in unserer Kraft oder Macht – wir dürfen akzeptieren, dass ein Virus eine vielfältige Art hat, uns zu kontrollieren. Auch wenn uns die Politik oder die Berichterstattung etwas anderes weismachen möchte – so hat doch das Virus die Menschen im Griff und nicht anders herum.



Wie können wir uns darüber hinaus dem Wert Demut annähern?


Ein Gedanke lässt mich nicht los. Wie kommt es, dass Demut so wenig in aller Munde ist? Mein persönlicher Eindruck ist, dass relativ viel in der Gesellschaft dafür getan wird, dass dies so ist. Ist es nicht so, dass wir eher zu Hochmut tendieren? Wir leben in einem Teil des Planeten, in dem wir fast zu jeder Zeit alles haben und sein können. Was meine ich damit? Seit vielen Jahren versuche ich mich, vor allem durch die Abstinenz von TV, der Werbung zu entziehen. Ich denke, dass sich hier nicht viel zum besseren geändert hat. Uns wird ständig und mit immer perfideren Mitteln suggeriert, was wir alles brauchen, d.h. konsumieren sollen, um „etwas zu sein und darzustellen“. Aber wie lange hält dieses Gefühl von Zufriedenheit an?



Demut fängt in meinen Augen genau damit an, sich selbst zu reflektieren. Wer bin ich eigentlich? Wer bin ich in diesem Weltgeschehen – auf diesem Planeten – in dieser Galaxie… Je größer die Betrachtung, desto kleiner werden wir. Ich möchte nicht darauf hinaus, dass wir unwichtig sind oder austauschbar. Sicherlich sind wir das auch, aber wir sind ein Teil einer sehr großen Gemeinschaft. Und genau an dieser Stelle sehe ich unsere Wichtigkeit. Alleine können wir nicht bestehen, aber als Gemeinschaft braucht es jeden Einzelnen.


Ich habe einen Vorschlag - es gibt ein sehr einfaches Training Demut zu empfinden – ein Beispiel wäre es, weniger Privilegierten zu helfen. Alle Menschen sind wertvoll, egal wie gebildet und welchen sozialen Stand oder Pass sie haben. Es gibt sehr viele Anlaufstellen, wo jeder einen Beitrag leisten kann und meine Erfahrung in verschiedenen Ehrenämtern hat mich sehr tief Demut empfinden lassen. Ein Versuch ist es wert.



Ein wundervoller Nebeneffekt von Demut ist, dass dieser Wert sehr eng verknüpft ist mit anderen Werten, die die Demut gerne begleiten. Das können Nächstenliebe, Dankbarkeit, Bescheidenheit, Genügsamkeit oder auch Achtsamkeit sein. Wer in sich selbst ruht, der kann tief empfundene Demut haben. Er braucht sich nicht aufzublasen, er braucht nicht vorzugeben etwas zu sein was er nicht ist. Ist das nicht eine schöne Vorstellung – einfach zu sein, wer man ist, ohne das Gefühl zu haben, noch etwas konsumieren zu müssen oder noch einen anderen Jobtitel zu bekommen?


Danke, dass Sie bis hierhin gelesen haben. Ich würde mich freuen, wenn ich Sie zum Reflektieren oder Nachdenken anregen konnte. Am Ende dieses Blogposts möchte ich Sie noch einladen, in Ihre Herzregion zu spüren – vielleicht klappt es nicht beim ersten Mal, aber spüren Sie auch das wohlig warme Gefühl? J



Herzliche Grüße

Sabine Moreno




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